Bekanntlich hat das Wallis 400 Sonnentage pro Jahr. Das führt aber auch dazu, dass es im Sommer hier ordentlich heiss werden kann und so fühlt es sich bei 37° an, ob selbst der Wind wie ein Heissluftfön ist. Wir haben für euch 4 plus 1 Orte besucht, welche super abkühlen und gleichzeitig wunderschön sind.
1. Hoch hinaus aufs Eggishorn: mit bestem Blick auf den Aletschgletscher
Das Bijou im Wallis will doch besucht werden: Das Eggishorn oberhalb von Fiesch. Fiesch erreicht man mit der MGBahn, von dort geht es mit der Gondelbahn auf die Fiescheralp und dann mit der Luftseilbahn auf das Eggishorn. Zum eigentlichen Gipfel geht es zu Fuss, wo man schliesslich auf 2926 m. ü. M. steht. Auch im Hochsommer weht hier ein kühler Wind, welcher auch den grössten Hitzkopf abzukühlen vermag.


Neben den angenehmen Temperaturen beeindruckt aber vor allem die grandiose Sicht auf den imposanten Aletschgletscher. Wer diesen Gletscher in seiner vollen Pracht sehen will, soll nicht aufs Jungfraujoch, sondern hierhin aufs Eggishorn.

Zurück auf der Fiescheralp bietet sich der Höhenweg auf die Bettmeralp für einen gemütlichen Spaziergang an. Der Weg ist auch bei sommerlichen Temperaturen problemlos machbar und besticht mit der schönen Aussicht über zahlreiche Gipfel uns ganze Wallis.
2. Kneippen im Wallis: Abkühlung garantiert in Blitzingen, Goms
Vielen ist der Name Kneipp bekannt und verbinden ihn mit gesunden Wasserkuren und allerlei Naturheilprodukten. Weniger bekannt ist, dass es im Goms gleich bei Blitzingen einen Kneippweg gibt. Und das ist erst noch der längste der Schweiz! In 1.5 Stunden spaziert man barfuss (!) über Weiden und durch den Wald. Auf dem Weg verteilt, liegen Posten, wo alle Sinne aktiviert werden: Auf grossen Trommeln kann man das Gehör strapazieren schulen, an einem anderen Posten kann der Tastsinn auf die Probe gestellt werden. Zum Schluss lädt ein Kräutergarten zum Entspannen ein.
Aber halt, hier geht es doch um Abkühlung und nicht um Kräuterkunde! Genau, und Abkühlung gibt es reichlich. Gleich zu Beginn kann man in einem Brunnen seine Oberarme abkühlen. An einem weiteren Brunnen wird man eingeladen, das klare, frische Wasser zu trinken. Das wahre Highlight ist aber der darauf folgende Gang durch einen gurgelnden Bergbach! Man kann sich an Seilen festhalten, während man sich über die umspülten Steine durch das Wasser seinen Weg bahnt.



Nun sind die Füsse schön abgekühlt. Für den Rest des Körpers kann man sich anschliessend unter eine Naturdusche stellen. Hier kommt das Wasser natürlich nicht aus einer Brause, sondern ein kleiner Wasserfall bricht über einem ein. Das feuchte Nass ist wirklich kalt und es braucht etwas Überwindung sich darunter zu stellen. Dafür erhält man die ultimative Abkühlung, egal wie heiss das Wetter ist!

3. Abend-Ausflug zum Wasmerseeli
Nach einem langen Arbeitstag zieht es uns oft nach draussen, um den Kopf zu lüften und die Beine zu vertreten. Dabei sind wir auf die Rundwanderung zum Wasmerseeli gestossen. Mit dem Auto fahrt man Richtung Simplon und biegt gleich nach dem Skilift Rothwald links ab. Beim Berggasthaus Wasenalp kann man das Auto parkieren und los geht’s!
Zu Fuss läuft man über wunderschöne Bergwiesen und vorbei an klären Bergbächen. Stets dabei die imposante Aussicht übers Rhonetal und die gegenüber liegende Belalp. Unterwegs laufen wir an einer Feuerstelle der Schweizer Familie vorbei und versprechen uns das nächste Mal eine Cervelat mitzunehmen.

Der Weg führt einem langsam in die Höhe bis man nach ca. 30 Minuten beim Wasmerseeli ankommt. Der kleine See liegt ist umgeben von hohen Bergen und ein sehr friedlicher Ort, weit weg von allem Trubel. Man kann problemlos mit den Füssen ins Wasser gehen, mehr lassen die äusserst frischen Wassertemperaturen aber leider nicht zu. Erfrischt sind wir danach trotzdem. So lassen wir am Ufer unsere Füsse trocknen und das herrliche Panorama auf uns wirken.



4. Abkühlung auf dem Simplon: Auf 2018 Meter über Meer in den Hopschusee
Update: Der Hopschusee gilt ab sofort naturgeschützt. Abkühlung und offizielles Baden ist im Rotelsee erlaubt. Gleich auf der anderen Seite der Strasse mit rund 15 Minuten Fussweg und ebenso hübsch anzusehen.
Noch besser wäre es doch, wenn man die kühlen Temperaturen unserer Berge mit dem Sprung ins Wasser verbinden könnte. Das geht! Unser letzter Tipp aus dem Wallis gegen hohe Temperaturen liegt auf dem Simplonpass. Auf der Passhöhe parkiert man das Auto und läuft von dort ca. 15 Minuten zu Fuss zum Hopschusee.


Während die meisten Bergseen konstant eine Temperatur knapp über dem Nullpunkt haben, kann man hier schwimmen gehen! Die 18° sind sicher nicht gerade warm, aber im Hochsommer die perfekte Abkühlung. Und auf über 2000 Meter über Meer schwimmen zu gehen ist eine unglaubliche Erfahrung: rund um einem ragen die Berggipfel empor, man sieht die Gletscher und sogar ein kleines Schneefeld ist zum Greifen nah. Dazu die wilde Natur, die sich um diese Zeit in sattem Grün präsentiert. Wir waren absolut begeistert! Der Hopschusee ist unser Top-Tipp, wenn man im Sommer im Wallis der Hitze des entfliehen will.

5. Tzoumaz: Picknicken, Erlebnisweg im Wald entlang der Suone und ein Apéro mit Aussicht
Wir haben eine neue Mission. Eine von vielen 😄. Dieses Jahr wollen wir das Unterwallis besser kennenlernen. So kommt es, dass wir bereits zum 2. Mal in diesem Jahr nach Tzoumaz gefahren sind. Die Anreise erfolgt über Riddes und dann steigt man in ein kleines Postauto. Die Fahrt hat es in sich. Steil und kurvig. Also am besten still sitzen und geradeaus schauen – aber erzählt mal sowas einem 2-jährigen Kind. So kommt es, dass Stefan fast schlechter wird, als dem Sohnemann und ich bin dankbar, brauche ich nur den Kinderwagen zu halten. Übrigens fährt die Post bis zum Waldhaus – obwohl es im offiziellen Kursplan so derzeit nicht angezeigt wird.
Tzoumaz ist wirklich hübsch anzusehen. Ein paar sehr hübsche Chalets stehen hier. Mit Steindach, Holzboden und einem langen – in Szene gesetzten – Kamin. Das Dorf putzt sich wirklich heraus.
Noch besser gefällt uns aber das Waldhaus in Tzoumaz. Ein sehr chilliges Plätzchen mit allerbester Aussicht auf das Tal und gleichzeitig auch Ausgangspunkt für den Erlebnisweg der 5 Sinne – Sentier des Sens. Die dargebotenen Erlebnisse machen Spass und der Waldweg ist wirklich superschön, der übrigens auch problemlos mit Kinderwagen oder Rollstuhl gemacht werden kann. Meist ist dieser im Schatten und folgt der Suone. Am Ende des Weges wartet ein grosszügiger Picknickplatz mit Grillstellen und einem Brunnen.
6. Grösster unterirdischer See von – Lac souterain de – St. Léonard
Abkühlung bietet auch der unterirdische See von Saint Léonard. Es handelt sich dabei um den grössten, bekannten, unterirdischen See vom Wallis, der Schweiz und von Europa.
Der See befindet sich zwischen Sierre/Siders und Sion/Sitten – in St.Léonard. Bei sommerlichen Temperaturen kann man in der Höhle eine flotte Abkühlung geniessen – in den Zwischensaisons, benötigt man vielleicht noch einen Pulli. Ich dachte, es wäre mein erster Ausflug dahin – aber meine Eltern erzählten mir, dass sie dort schon einmal mit mir waren. Schade, kann ich mich nicht mehr daran erinnern.
Der See ist schön und das Wasser glasklar. Zahlreiche Fische nennen das ihr zuhause. Lustiger Funfact: Man erkennt inmitte der Besichtigung auch klar während der Tour, wo man sich befindet. Zu aller hinterst liegen ein paar Weinfässer. Mais bien sûr, sind wir doch im Wallis.
Zusatztipp: Abkühlung und 360° Panorama-Sicht auf dem Niesen
„Hat der Niesen keinen Hut, tut dies gegen die Hitze gut.“
Der Niesen ist der Hausberg von Thun und aus dem Wallis problemlos mit dem Zug zu erreichen. Der Bahnhof Mülenen liegt unmittelbar neben der Talstation der Niesenbahn. Schon hier ist die Temperatur deutlich angenehmer, fliesst doch die kühlende Kander gleich daneben vorbei. Aber wir wollen ja auf den Berg hoch! Und genau dorthin bringt uns die Drahtseilbahn. Diese ist übrigens die Längste in Europa! Und so kommen wir nach einer halben Stunde Fahrt auf 2336 MüM an. Die gesamte Reise von Brig dauert also rund etwa anderthalb Stunden und liegt somit auch noch perfekt nach Feierabend drin. Zudem ist man azyklisch unterwegs und gerade in Corona-Zeiten, ist dies doch Gold wert.
Und endlich können wir wiedermal frei durchatmen. Die frische Bergluft ist klar und erfrischend. Wenn einem dann nicht das unglaubliche Panorama gleich wieder den Atem verschlägt! Denn auf dem Gipfel hat man die perfekte 360°-Rundumsicht. Es ist wirklich grossartig.


Wir haben Sandwiches mitgenommen und uns ein schönes Picknick gemacht. Ein anderes Mal werden wir vielleicht das Restaurant berücksichtigen. Denn es bietet am Abend verschiedene Themenbuffets an oder auch täglich ein reichhaltiges Frühstück.


Es wird sicherlich noch den einen und anderen heissen Tag geben und wir werden den Blogpost gerne updaten. Bis dahin – viel Spass beim Abkühlen. Habt ihr weitere Tipps für Ausflüge, die wir unbedingt besuchen sollten?

